Kreditbürgschaften als Sicherheit nutzen
Viele Verbraucher nutzen heutzutage eine Baufinanzierung, um sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Meistens steht dem Kreditnehmer auch Eigenkapital zur Verfügung, zum Beispiel in Form von vorhandenem Sparguthaben oder Wertpapieren, welche dann als Kapital in die Baufinanzierung mit eingebunden werden können. Es gibt aber natürlich auch Fälle, in denen der Kreditnehmer über kein Eigenkapital verfügen kann. Auch wenn die Banken dieses weniger gerne sehen, so ist dennoch die Möglichkeit vorhanden, einen Kredit ohne Eigenkapital zu nutzen. Dieser Kredit ohne Eigenkapital bezeichnet demnach einen Immobilienkredit, kommt also nur im Bereich der Immobilienfinanzierung vor. Allerdings muss der Kreditnehmer mindestens zwei Nachteile in Kauf nehmen, welche fast immer beim Kredit ohne vorhandenes Eigenkapital im Vergleich zu Immobiliendarlehen vorhanden sind, die teilweise mit Eigenkapital unterlegt sind. Die so genannte „Idealfinanzierung“ sieht übrigens so aus, dass rund 15-20 Prozent der benötigten Gesamtsumme aus Eigenkapital bestehen, sodass also nur maximal 85 Prozent der Gesamtkosten (Kaufpreis Immobilien, Nebenkosten etc.) vom Kreditgeber finanziert werden müssen.
Der erste Nachteil, den ein Kredit ohne Eigenkapital faktisch immer mit sich bringt, sind die etwas schlechteren Konditionen im Vergleich zum Kredit mit Eigenkapital. Da die Bank, wie bereits kurz erwähnt, beim Kredit ohne Eigenkapital 100 Prozent der Kosten finanzieren muss, ist das Risiko insgesamt betrachtet natürlich rein summenmäßig höher als wenn nur 80 oder 85 Prozent der Kosten finanziert werden müssten. Für dieses höhere Risiko verlangen die Banken dann auch in der Praxis einen etwas höheren Zinssatz für den Kredit. Aufgrund der allgemein vorhandenen Bewertungsrichtlinien kann bei einer „Hundertprozent-Finanzierung“ die Grundschuld als Sicherheit im Normalfall nämlich nicht die gesamte Darlehenssumme abdecken, sodass ein Teil des Gesamtdarlehens demnach blanko (ohne Sicherheiten) vergeben werden muss. Der zweite Nachteil besteht beim Kredit ohne Eigenkapital für den Kreditnehmer darin, dass die monatliche Belastung höher ist, als wenn Eigenkapital mit in die Finanzierung eingebracht werden könnte.
Dazu ein Beispiel: Ist insgesamt ein Finanzierungsbedarf von 150.000 Euro vorhanden, so würde die monatliche Darlehensrate bei einem Zinssatz von vier Prozent und einer Anfangstilgung von einem Prozent bei rund 625 Euro liegen. Können von den insgesamt benötigten 150.000 Euro jedoch 20 Prozent, also 30.000 Euro, als Eigenkapital mit eingebracht werden, so fällt auf der Basis eines dann noch benötigten Darlehens über 120.000 Euro nur eine Monatsrate von 500 Euro an. Eine Finanzierung ohne Eigenkapital führt also zum einen zu einem schlechteren Zinssatz, zumindest für einen Teil der Kreditsumme, und zum anderen auch zu einer höheren monatlichen Belastung. Aus diesem Grunde sollte man möglichst immer zumindest einen kleinen Teil an Eigenkapital in eine Baufinanzierung mit einbinden können, und wenn es „nur“ Eigenleistungen am Bau sind.
